Direkt zu …
Mehr kommunizieren, näher kommunizieren, direkter kommunizieren. Das ist es, was die neuen Technologien von Social Media möglich machen. Wer hätte schon vor 5 Jahren gedacht, seinen Lieblingsschauspieler bei den morgendlichen Frühstücksritualen o.ä. begleiten zu können? Früher musste man sich die Beine in den Bauch stehen, ohrenbedäubendes Geschrei und dichtes Gedrängel in Kauf nehmen. Und alles nur, um zwischen Gleichgesinnten einen Blick auf den roten Teppich werfen zu können. Nur, um eine der en mass-produzierten Autogrammkarten zu ergattern. Nur, um ein kurzes Schulter-Zucken live zu Gesicht zu bekommen.
Die Zeit der unüberwindbaren Hürden, des langen Wartens und der blauen Flecke ist vorbei. Dank grenzüberschreitender Kommunikation kommt heutzutage jeder ganz dicht an sein Objekt der Begierde. Sei es nun der wohl berühmteste twitternde Schauspieler Ashton Kutcher oder doch die Lieblingsband auf facebook. Endlich können Ideen und Nöte direkt kommuniziert werden – toll!
Auch Unternehmen, Politik und öffentliche Einrichtungen nutzen diese Art der Kommunikation verstärkt. So hat z.B. die Stadt San Francisco einen Twitter-Kanal eingerichtet, über den sich Bewohner oder Touristen mit ihren Anliegen, direkt an die Stadt wenden können. Ganz gleich, ob allgemeine Service-Fragen oder Beschwerden über die Straßenreinigung, Müllabfuhr oder den Autolärm. Jede Anfrage wird versucht zu beantworten.
Bei Unternehmen hat sich dagegen ein Frage-Voting-System durchgesetzt. Bei diesem Tool können die Mitarbeiter eine konkrete Frage direkt an den Unternehmenschef, Vorstandsvorsitzenden oder das Management richten und für Ihre Frage stimmen. Welche Frage nach Ablauf der Frist zur spannendsten, dringlichsten oder interessantesten Frage von allen gevotet wurde, wird am Ende höchstpersönlich beantwortet. Mit gutem Beispiel geht hier die Telekom voran. In unserem ersten SMSL-Event stellte Hr. Hafkemeyer in seinem Vortrag unter anderem das interne Tool ‘direkt zu René Obermann’ vor (hier zum kompletten Vortrag auf vimeo).
Angelehnt an diese Voting-Methode konnte nun auch jeder direkt mit Barack Obama sprechen und das über youtube. In dem gestrigen live Youtube-Interview beantwortete der wichtigste Mann der Welt ein Bündel an Fragen, die von Leuten wie du und ich vorher eingeschickt und gevotet wurden. Der Andrang war immens: Über 11.000 Fragen und über 667.000 Votes von mehr als 60.000 Personen bestimmten den Inhalt des Interviews.
Noch direkter geht’s sogar bei Ford. Bereits im April 2009 hatte der Social Media Verantwortliche Scott Monti twitter als direktes Kommunikationsmedium zwischen CEO und Kunde genutzt: In der zeitlich begrenzten twitter-Session konnte er damit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: zum einen den CEO Alan Mulally für die neue Art der Kommunikation begeistern und zum anderen die Kundenbindung stärken.
Direkt zu WEM wann immer DU WILLST.
Wo führt das hin? Wie direkt und nah können Unternehmen wirklich werden? Eins steht fest: Die Nachfrage ist groß. Nur was ist in Zukunft mit dem Angebot?
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