Die Abkehr vom Pop-Prinzip – Was Robbie Williams mit der Unternehmens- kommunikation zu tun hat

“Reality Killed The Video Star” heißt das neue Album von Robbie Williams. Im Magazin der Süddeutschen Zeitung beschreibt Georg Diez das Comeback des Sängers und macht dabei folgende Feststellung:

“Es war in den letzten Wochen viel die Rede davon, was die Fans wohl von ihm erwarten, ob er ihre »Erwartungen« erfüllen werde, ob er das sein werde, was sie wollten. »Erwartung« – das klingt erst einmal verheißungsvoll und hat einen Rest des Erweckerhaften, das einmal im Pop-Pathos mitschwang. Aber tatsächlich beschreibt dieses Wort eine fundamentale Umkehrung im Verhältnis von Star zu Fan, eine Abkehr vom Pop-Prinzip. Nicht mehr der eine, der Besondere ist es, der mit seinem Ego, seinem Exzess, seiner Eingebung vorweggeht; es sind die vielen, die Ansprüche haben, die etwas wollen, etwas erwarten, das geliefert werden soll.”

Der Wandel, der hier so treffend beschrieben wird, ist eine neue Kultur – ein Anspruch, eine Erwartung der Menschen, dass die da oben (egal ob Popstar, CEO oder Politiker), doch gefälligst ihnen zuhören, Sehnsüchte, Forderungen und Wünsche erfüllen sollen.

Der Wandel, den wir erleben, dreht sich weniger um Technologien. Sicher, Social Media spielt eine wichtige Rolle dabei und basiert auf den Möglichkeiten der IT-Ingenieure und vielen Errungenschaften der letzten Jahre. Mehr aber als der technische Aspekt ist diese neue Erwartungs- und Handlungskultur der wahre Treiber einer sich verändernden Gesellschaft. Und diese schlägt sich auch in den unendlichen Weiten von “the web” nieder.

Es geht somit aber nicht nur um eine Abkehr vom Pop-Prinzip. Es geht auch um eine Abkehr vom Top-Down-Marketing-Prinzip. Um eine Abkehr vom glättenden und gehörlosen PR-Prinzip. Kurz: Um eine Abkehr vom Einbahnstraßen-Prinzip in Kommunikation und Auftritt.

Unternehmen und Akteure der Öffentlichkeit müssen nicht (nur) lernen, welche Funktionen Social Media bietet. Sie müssen sich eine völlig neue Kultur zu Eigen machen. Eine Kultur, die auf Dialog, Zuhören, auch auf Demut und Offenheit setzt. Die bereit ist, sich den Erwartungen der Menschen zu stellen. Und die fähig ist, auf diese Erwartungen einzugehen.

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