It’s time for Strategy.

Oh man. Immer noch kein Facebook Account – bin ich denn von vorgestern? Muss man das jetzt haben? Vielleicht. Wahrscheinlich sogar. Vielleicht sollte ich die Frage aber auch in einen größeren Kontext stellen, um zu einer sinnvollen Antwort zu kommen:

Mir und dem Rest der Branche ist inzwischen klar, dass das Internet immer noch wichtiger und noch wichtiger wird. Das predigen uns alle Kongress-Referenten, das verraten uns die Studien, das sagt uns unser Bauchgefühl.  Die Dinge, die wir online tun, sind immer weniger nur ein Kanal, sondern werden zu einem integralen Bestandteil unseres Handelns- privat und beruflich. Die Entwicklung des Einbahnstraßen-Internet hin zu Interaktion und Transaktion stellt uns Berufskommunikatoren tatsächlich vor sehr grundsätzliche Fragen im Bezug auf unsere Arbeit – egal ob auf Unternehmens-, Beratungs- oder Agenturseite.

Das Problem: Nach dieser Erkenntnis bricht das Niveau der Diskussion dramatisch ein. Plötzlich steckt die Branche hüfttief in operativen Fragen: Wer darf im Unternehmen twittern? Wer muss?  Wo erreichen wir unsere Zielgruppe, auf Facebook oder MySpace? Welche technischen Plattformen eignen sich zur Beobachtung der Bloggosphäre, und was kosten diese?

Zwischen diesen operativen Einzelfragen und der Erkenntnis, dass das Social Web unsere Art zu kommunizieren, ein Unternehmen zu führen und insgesamt zu leben fundamental verändern wird, klafft eine riesige Lücke. Ich nenne sie „Strategy Gap“, den Grand Canyon der digitalen Ratlosigkeit. Hier müssen wir ansetzen. Die ersten Trial-and-Error Jahre des Web 2.0 müssen dazu genutzt werden, Schlüsse zu ziehen und über den Einzelfall hinausgehende Entscheidungshilfen, Organisationsmodelle und best practices zu entwickeln. Das haben wir uns mit dem Social Media Strategy Lab auf die Fahnen geschrieben. Dabei bleibt die Strategieentwicklung emergent – laufend lernen Laufen zu lernen. Das schaffen wir nicht durch den Einzelfall, sondern indem wir Muster erkennen und praktische Modelle entwickeln. Welche Fragen treiben uns dabei besonders um? Zum Beispiel

_wie man das Verschwimmen von PR, Marketing und Support im Social Web organisatorisch lösen kann

_wie man „hot spots“, an denen man sein MUSS, systematisch definiert und aktualisiert

_Wie l sich persönliche Identität und unternehmerische Rolle im Social Web grundsätzlich von einander abgrenzen oder ergänzen lässt.

Als dies sind strategische Themenkomplexe oberhalb z.B. der Frage, wer twittern darf oder muss. Oder ob ich ein Facebook Account haben sollte. Wir glauben: Social Media ist zu allererst eine Kultur und eine Haltung, erst im zweiten Schritt eine technische. Diese Erkenntnis gilt es zu präzisieren und zu konkretisieren. Wir haben uns ambitionierte Ziele gesteckt – ich bin gespannt auf die Ergebnisse.

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